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Wie der Orden der Samojeden zu seinem Namen kam

Über das Volk der Samojeden

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Die Ordensgründung der Samojeden, von der ich hier berichten möchte, ist gleichzeitig auch ein Teil der Bundesgeschichte des Tomburger Ritterbundes.

Nachdem im Frühjahr 1986 entschieden wurde, daß aus dem ehemaligen Orden der Korsaren im Nerother Wandervogel und einiger anderer Älteren, der neue Wandervogelbund - Tomburger Ritterbund- entstehen sollte, wurde damit auch der Grundstein gelegt für die Entstehung neuer Ordensgemeinschaften. Feuchty, der ein Fähnlein in Bad Kreuznach führte und ich der ein Fähnlein in Kirchheimbolanden aufzubauen begann, entschieden sich einen eigenen Orden zu gründen. Aber es war gar nicht so einfach einen treffenden Namen zu finden. Im jugendlichem Eifer schossen uns Namen wie Wikinger, Goten, Freibeuter und ähnliches durch den Kopf. Namen also wie sie in vielen Bünden für Gemeinschaften schon gab. Aber dann wurden wir nachdenklicher. Schließlich sollte der Namen unseres zu gründenden Orden auch etwas von der Wesensart ihrer Führer wiederspiegeln und damit auch einer Vorstellung wie die Gemeinschaft sich nach außen darstellt.

Nun waren wir beide gewiß keine Haudegen zu denen ein Name paßt, der mit Eroberungen und Kriegszügen verbunden wird. Im Gegenteil, wir wollten unserer Gemeinschaft einen Namen geben, der ein friedlichere Assoziation beinhaltet. So begannen wir uns in Büchern und Bildbänden über fremde Völker zu informieren und schließlich stießen wir auf die Samojeden. Diese sibirischen Stämme in Nordasien spiegelten das wieder was wir gesucht hatten. Wahrscheinlich wanderten die Samojeden zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert in ihr heutiges Wohngebiet in Nordwestsibirien ein und vermischten sich mit der Jäger- und Küstenfischerbevölkerung.

Sie selbst nennen sich Nenzen und lassen sich in vier Gruppen unterscheiden:

1. Tawgg- und Awam Samojeden
zwischen dem unteren Jenissei und der Chatangabucht auf der Taimyr- Halbinsel

2. Jenissei - Samojeden
am unteren Jenissei

3. Ostjak - Samojeden
südlich von diesen

4. Juraken
auf der Halbinsel Jalmal und im Nordosten des europäischen Rußland.

Die Samojeden waren Fischer (auch Hochseejäger auf Meeresgroßsäuger), Jäger und nomadische Rentierhalter. Sie sind ein friedliches Volk, daß dem Schamenenkult huldigt, in Jurten lebt und ihren Stavrost (Ältesten) wählen. Verstärkt ab 1950 wurden die Samojeden zwangskollektiviert und Maßnahmen zur Seßhaftmachung getroffen. Dennoch haben sie ihre kulturellen Eigenarten bewahrt.

So wurde also das friedliche Volk der Samojeden zum Vorbild der Ordensgemeinschaft der Samojeden. Ihr einfaches aber erfülltes Nomadenleben nachzueifern und dennoch unsere Eigenarten zu bewahren unser Ziel.

(Glöckchen)